Maike im Land des Ahorns

06November
2012

Sleepless in Seattle

Sleepless in Seattle..so kann man den Trip eigentlich nicht beschreiben, denn schlaflos war während des Trips nur eine Person und das wegen störenden Taubengeräuschen und Mädchenstimmen. Aber nun mal alles auf Anfang.
Der Plan sah wie folgt aus, wir wollten zu viert nach Seattle, zwei von uns fuhren schon um 5 Uhr früh mit dem Bus los, die anderen beiden, darunter ich, um 7 Uhr. Unser Busfahrer schien neben seinem eigentlichen Job heimlich auch noch ein Motivationscoaching absolviert zu haben, was durch seine übertrieben gute Laune und seine ständigen Scherze zum Ausdruck kam. Leider belief sich das ganze auf ungefähr 2-3 "Brüller", die bei jedem Stop für die neu Eingestienenen wiederholt wurden, jedoch nie die erwartete Wirkung erzielten. Der erste Stop waren die Tualip Outlets, kurz hinter der Grenze. Nachdem wir alle die Fragen richtig beantwortet, brav Fingerabdrücke abgegeben hatten, Fotos machen ließen und $ 6 zur Einreise gezahlt hatten (Kommentar des Beamten "Oh Germany, I love German food, Schnitzel and Bratwurst..and Beer!"), konnten wir nach weiteren 1 1/2 Stunden endlich los, ran an die günstige Markenware! Relativ erfolgreich und ziemlich gehetzt kamen wir nach unserer Shoppingtour wieder am Platz an, wo der Bus uns rausgelassen hat. Gebucht hatten wir die Tour von den Outlets nach Seattle nicht, aber zum Glück war der Bus nicht sehr voll, sodass wir, nach Zahlung eines Aufpreises, mitkommen konnten. Besser als trampen, oder mit Taxi, Bus und 3 mal umsteigen dorthin zu kommen., denn von den Outlets ist Seattle doch noch ein kleines Stückchen entfernt!

Dort angekommen brauchten wir erstmal Hilfe bei der Orientierung, denn wir hatten keine Ahnung, wie wir zu dem Hostel kommen sollten, wo die anderen beiden auf uns warten wollten. Allerdings fanden sich schnell hilfsbereite Menschen, die uns den Weg mit Hilfe ihres Handys raussuchten. Dieser Weg führte seehr lange Zeit die 5th Avenue entlang, die durch den gesamten neuen Teil von Downtown, mit den schönen Geschäften und den mit Lichtern geschmückten Bäumen führte. Schließlich, nach ungefähr 1 1/2 Stunden Fußmarsch (mit einigen Zwischenstopps ;)) erreichten wir das Hostel, direkt am Anfang von Chinatown. Auf der Suche nach dem richtigen Gebäude kamen wir an einigen Restaurants vorbei, in denen teilweise, wie man es aus Filmen kennt, die gerupften und verkaufsfertigen Hühner im Fenster hingen. Im Hostel schließlich kam kurzzeitig die Enttäuschung, die anderen beiden waren früher losgezogen als vorher gesagt und somit schon fort. Das Zimmer war ansich in Ordnung, nicht dreckig, zwei Doppelstockbetten, ein Safe für jeden als Schrank. Allerdings sah die Tür doch schon sehr ramponiert aus, mit Spuren am Schloss die auf Versuche schließen ließen, sie entweder aufzubrechen, oder ein Feuer zu legen. Naja, das war bestimmt schon eine Weile her ;-)
Nach einer Dusche ging es auf Essenssuche. Als wir wieder zurückkamen, waren die anderen beiden auch da, endlich alle vier zusammen :-)
Nach einer gar nicht so ungemütlichen Nacht wie gedacht (ich habe ca. 10 Stunden geschlafen ;)), ging es nach dem Frühstück los, die Stadt erkunden. Nach einem Spaziergang durch den alten Teil Downtowns kamen wir zum Pike Place Market. Dies ist genau der richtige Platz für alle, die Märkte mit kleinen Ständen lieben, die alles anbieten, von Schmuck über Bilder bis Fisch. Dieser Platz ist schon relativ alt, sehr bunt und gut besucht. Es ist auch der Platz, an dem sich das erste und somit älteste Starbucks Café der Geschichte befindet.
Auf meiner Wunschliste für diesen Tag standen noch ein Besuch auf der Space Needle und eine Tour durch den Underground Seattles. Letzteres kam zuerst dran. Diese Führung war wirklich interessant! Man muss sich das folgendermaßen vorstellen: Steht man vor einem Haus im alten Teil Seattles, so steht man nicht vor dem Haupteingang im Erdgeschoss, sondern im 2nd Floor. Unter der Erde im Underground befindet sich das eigentliche Erdgeschoss! Faszinierend! Dies ist dadurch zu erklären, dass das alte Seattle damals zu tief gebaut wurde, die unteren Stockwerke wurden regelmäßig vom Meer überschwemmt. Als nach einem Großbrand alles niedergebrannt war, fingen sie von neuem an und wollten es nun besser machen, als zuvor. Also bauten sie Mauern, setzten Straßen und Gehwege darauf et voilà, hat man eine neue Stadt und das Problem des ständigen Unter-Wasser-Stehens gelöst. Wunderbar!
Nach ein paar weiteren Shoppingstops (ich habe nicht mehr eingekauft!! ;D) kamen wir zur Space Needle, die ich jedoch alleine erklimmen musste, da die anderen nicht mit wollten. Sie haben allerdings definitiv etwas verpasst, denn Seattle bei Nacht ist einfach wunderschön!

Soo, so viel zu meinem Kurztrip nach Seattle. Achja, die drei anderen Mädchen, mit denen ich da war, kommen alle aus Frankreich. Es war also eine sehr gute Möglichkeit, mein Französisch etwas aufzufrischen, wenn zwei von ihnen mal auf Französisch miteinander gesprochen haben ;)

Da ich nun schon sehr viel geschrieben habe, werde ich jetzt einmal Schluss machen. Ich wünsche einen schönen Tag und verfolgt alle gebannt die Präsidentschaftswahl in den USA. Ich werde es jedenfalls tun, soweit ich es kann! ;)
Bis bald meine Lieben,
eure Maike

 

Ein süßes Café, nahe der Space Needle Space Needle und Monorail Library Beeindruckend hoch Eingang von Chinatown Waterfront   Na wer kennt ihn? Begabte Künstler auf dem Pike Place Market :) Der erste Starbucks Underground Underground Seattle bei Nacht